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View Full Version : [OT] "Über Geld spricht man nicht..."


Rookie-Doo
06-07-06, 15:53
Habe den folgenden Sachverhalt zwar schon in meinem Forum angesprochen, aber hier dürften wohl mehr Ideen dazu zusammenkommen.

Es geht um folgendes:

Ich hatte gerade eine interessante Situation am Telefon. Suche mir derzeit noch nen' zweiten/anderen Nebenjob und habe was interessantes in der Zeitung gefunden: "Callcenter blabla kein Lotto, kein SKL, kein Verkauf usw" - bloß, was es nun tatsächlich ist, stand nicht da. xD

Schon bei dieser Frage war die Dame am Telefon recht verdutzt, als ich fragte, was man denn unter "outbound/out-bound" versteht - sry, hätte sie ja warten lassen können, um Google zu fragen. Furchtbar, dieses "public viewing"-Gerede...

Als ich nun fragte, wie hoch die Tätigkeit vergütet wird, kam sie mir pissig mit "...als erwachsene Mensch müssten Sie eigentlich wissen, dass man darüber am Telefon keine Auskunft gibt...".

Nun frag ich euch, die ihr ja größtenteils schon länger im Berufsleben seid, warum man aus Verdienstauskünften immer so ein Staatsgeheimnis macht (hab mich schon in der Schule immer gewundert, warum ich scheinbar der einzige in der Klasse war, der ungefähr wusste, was seine Eltern verdienen).

Mir persönlich wurde seitens der Erziehung meiner Eltern beim Thema "Geld" suggeriert, dass es ein äußerst brisantes Thema sei. Ich habe immer das Gefühl gehabt, bei Gesprächen über Verdienste meinen Kopf eigenhändig in eine Guillotine zu legen - ohne zu wissen warum.

Ein kurze Google-Suchanfrage "über geld spricht man nicht" ergab zwar wenige, aber sehr interessante Treffer:

http://www.hallo-schweiz.de/CH_16_Geld.htm

http://www.catersattler.de/pdf/warum_das_so_ist.pdf

Es scheint also so, dass der Mensch sich auch hier von seiner "verklemmtesten" Seite zeigt. Die Aussage, dass der Verdienst quasi zur Intimsphäre eines Menschen gehört, fand ich erschreckend, aber aus persönlich Erlebnissen nachvollziehbar. Finde es trotzdem lächerlich.

Wie ist es bei euch? Habt ihr Probleme zu sagen, was ihr verdient? Wenn ja, was ist dabei das ausschlaggebende ungute Gefühl (z.B. Scham wegen geringem Gehalt oder im Gegenteil dazu die Wahrung der Höflichkeit, keinen Neid zu verursachen)?

An die Arbeitgeber unter euch: Habe ich bei dieser Problematik vielleicht einen Aspekt vergessen, der es verständlich macht, nicht über Geld zu sprechen (rechtliche Gründe zum Beispiel)?

Ich bedanke mich im Voraus für eine konstruktive und hoffentlich aufklärende Diskussion! :angel:

yuuki
06-07-06, 16:03
wahrscheinlich hamse nich uebers gehalt geredet weil der job schlecht bezahlt is :D

aber klingt nach nem meinungsforschungsinstitut, sprich leute anrufen und denen n ohr abkauen, also nich grad angenehm der job (meisst). als ich des gemacht hab ham die so knapp 10 euro die stunde gezahlt und nach ner eingewoehnungsphase dann pro abgeschlossener umfrage nen festen betrag ( kam n guter so auf 15-20 euro inner stunde)

dieses ueber geld nich reden is glaub ich auch eher son deutsches ding, also im ausland wird des meiner erfahrung nach eigentlich offener gehandhabt, is hier wahrscheinlich wirklich sone mischung aus scham und/oder bescheidenheit denk ich mal :)

Faramir
06-07-06, 16:12
Ich glaube da kommt das Neid Gefühl der Menschen zum vorschein.

ich denke es gibt 2 Gründe warum darüber nicht gesprochen wird:

1. Intimsphäre: Der Verdienst/ das Einkommen ist eine sehr persönliche Angelegenheit (obwohl ich das selbst nie so extrem empfand)
2. Neid: Der Mensch hat ein großes Problem er ist oft neidisch auf andere.
=> daraus resultiert wohl auch .... Schamgefühl, darüber eventuell nicht genug zu verdienen.

Ausserdem herrscht teilweise ein sehr großer Druck von z.B.: Arbeitgebern die immer wieder deutlich machen... über das Gehalt nicht mit seinen Kollegen/innen zu sprechen..... der Chef weiß schon wieso ;)

/EDIT//: Doch bei solchen Jobs wird nie über das Gehalt am Telefon gesprochen .... im persönlichen Gespräch - kann man jmd besser beinflussen :)

Zefrian
06-07-06, 16:19
Ich finde es auch etwas merkwürdig.

Wenn mich jemand im kleiner Runde fragt, was ich verdienen würde, würde ich ihm nach kurzem Zögern (weil ich weiss, das dies eine ungewöhnliche Frage ist) die Auskunft geben.

Ich vermute, man schweigt sich deßhalb darüber aus, um weder Neid noch Gefühlsverletzungen der Art hervorzurufen wie z.B. "Mein Kollege verdient 200 Mäuse mehr im Monat, obwohl wir eigentlich das gleiche Tätigkeitsfeld haben????"

Mighty Max
06-07-06, 16:32
In dem Beruf, in dem ich zuletzt gearbeitet hatte, kannte jeder des anderen Verdienst bis auf den Cent ...

Wenn sich allerdings - wie so oft - individuelle Begebenheiten im Gehalt wiederspiegeln (wie z.B. die Laune des Chefs), dann kann das definitiv zu Neid und Missgunst führen. Und das ist nicht besonders positiv fürs Arbeitsklima.

Icecold
06-07-06, 16:34
Fakt ist die Leute haben (angeblich) einen Job für dich bzw. jemanden anderes.

Man ruft also dort um um:

1. Die Art des Jobs zu erfragen.
2. Die Anforderungen bzw. besondere Kenntnisse die man besitzen sollte.
3. Die Arbeitszeiten
4. Den Verdienst

Besonders wenn man dies in der eben genannten Reihenfolge tut macht das auf "normale" Jobanbieter nen guten Eindruck da man nicht mit der Tür ins Haus fällt und erstmal fragt was man an Kohle bekommt. ;)

Wenn die gute Frau am Telefon aber gleich pampig geworden ist dann wär ich persönlich erstmal etwas vorsichtig.


Cheers Ice

Dark Soldier
06-07-06, 16:36
Ja, is echt komisch. Sogar die Eltern/Verwandtschaft wollen einem da oft nix sagen, Motto: Ach, weiss ich nicht so genau...
Aber wenn man dran bleibt und nochmal fragt, in kleinem Kreis, dann werden die Leute schon offener (also auch nicht-verwandte).

In Amerika hab ich auch schon n paar Leute gefragt, die haben auch kurz geschaut, aber dann immer recht plausible antworten gegeben. Scheint also schon irgendwie ein deutsches 'Problem' zu sein.

Sylow
06-07-06, 17:03
Hmm, abgesehen davon, dass ich bei den Schwankungen zwischen den einzelnen Monaten sowieso nicht auswendig sagen kann, was ich momentan verdiene (müsste ich mir jeden Monat neu merken... ) muss ich sagen, ich rede auch nicht gerne darüber.

Ich kenne Leute mit meiner Ausbildung, die verdienen noch ein gutes Stück mehr, aber halt auch genug Leute, die eben mein Gehalt nicht bekommen, und da merke ich doch ab und an den Neid. (Objektiv betrachtet, wenn sie das gleiche studiert haben wie ich, aber eben erst 3 Jahre nach mir fertig wurden, so sollte es doch nicht verwundern, dass bei mir inzwischen ein paar Euronen mehr reinkommen, aber trotzdem ist der Neid, wenn die Leute es auch zu verstecken versuchen, doch da. )

Zu dem Jobangebot, was du beschreibst klingt für mich ziemlich dubios. Du hast sie ja nicht gefragt, was sie verdient, sondern was für dich drinnen wäre, und das ist bei einem Gespräch über ein Jobangebot eine vollkommen normale und verständliche Frage. Dazu noch, dass sie dir nicht sagen will, was der Job eigentlich wirklich ist... sorry, wenn du nicht gerade total am Hungertuch nagst, würde ich sagen, Finger weg. (Gerade so Telephon-Jobs sind sehr riskant, du bist ja immerhin der "offizielle Vertreter", das heisst, du bist der Ansprechpartner des Kunden. Wenn irgendwas schief läuft und der Kunde betrogen wird, so bist du die erste Adresse um das zu regeln, und wehe dir, du hast keine schlüssigen Beweise, dass du auch betrogen wurdest und nicht verantwortlich bist... und es scheint ja so, als ob diese "seriöse Firma" welche den Job anbietet viel Wert darauf legt, dass die "Mitarbeiter" nicht zu viel über sie wissen, deutet extrem darauf hin, dass diese "Mitarbeiter" vor allem als Opferlamm benötigt werden. )

Rookie-Doo
06-07-06, 17:03
Interessant, die Meinungen divergieren ja gar nicht soo stark.

Ich erkenne da sogar eine Parallelität zur Harz4-Debatte.
ALG2-Empfängern wurde in den letzten Monaten auch suggeriert, dass ein Mensch ohne Arbeit nichts wert sei ("Wer nicht arbeitet braucht auch nicht essen!").

Die Rechnung scheint aufzugehen. Ich habe zwar keinen Fernseher, aber kann öfters mal bei Bekannten sehen, wie Reportagen über die Angelegenheit immer mehr zum Propagandainstrument verkommen. 1€-Jobber meinen dann dort, dass man "ja wenigstens was zu tun hat", "einen Dienst für die Gesellschaft verrichtet" u.s.w - sie werden schon fast zu kleinen Idolen aufgewertet.

Die bestehenden Mißstände, wie zum Beispiel der zunehmenden Umwandlung regulärer Jobs in 1€-Jobs, "was ja so nie geplant war und auch eigentlich nicht erlaubt ist", werden ignoriert wie ebenso die Tatsache, dass ein Wiedereinstieg in die Arbeitswelt über kleinere Jobs für längere Arbeitslose oft zu noch drastischeren finanziellen Einbußen führt als es ALG2+1€ Job tun würden, werden nicht mit einer angemessenen Bedeutung besprochen.

Den Langzeitarbeitslosen wird so auf eine ausgeklügelte passive Art und Weise der Boden für die Gegenargumentation entzogen. Nicht das Konzept der Wiedereingliederung in die Arbeitswelt und die Art der Marktwirtschaft sind falsch, sondern die Einstellung der Menschen, die negativ davon betroffen sind.

Scheinbar gab es wohl eine ähnliche Prozedur was die Gehälter betrifft. Wer offen über sein Gehalt redet schafft damit Nahrung für Beschwerden seitens der Gewerkschaft und ist damit eine Gefahr für die Wirtschaftlichkeit des Betriebes und dem Chef ein Dorn im Auge.

Also "redet man nicht drüber", allerdings unter dem Deckmantel, der Verdienst sei etwas intimes - sehr weit aus dem Fenster gelegt wohl gleichzusetzen mit der Schwanzlängendebatte (bei den Frauen fällt mir jetzt kein passendes Äquivalent ein :P ).

theFiend
06-07-06, 17:07
Klar, das Gehalt gibt Auskunft über den "sozialen Stand" eines Menschen. Auch wenn so mancher Sozialromantiker das nicht wahrhaben möchte, aber wir bemessen uns doch gegenseitig alle nach den "Insignien" eines "besseren Lebens".

Wer sein Gehalt offenlegt gibt mehr oder minder Auskunft darüber ob sein X5 nur geleast oder gekauft ist, und wieviele Jahre er wohl noch an seinem Haus abzahlt...

Darüber hinaus ist es auch ganz klar ein Aspekt des sozialen Zusammenlebens in grösseren Firmen/Konzernen. Als Chef möchtest du natürlich verhindern das die Arbeitnehmer untereinander ihr Gehalt kennen, einfach um die damit augenscheinlich verbundene Anerkennung nicht ständig rechtfertigen zu müssen.

Ich habs da gut, ich bin selbständig ich kann meine Einkünfte nicht durchschnittlich schätzen ;)

fschepper
06-07-06, 17:19
Ich find das interessant, dass gerade die Dinge, die uns Menschen in der heutigen Zeit grundsätzlich am meisten beschäftigen (Geld & Sex) in der Realität so ungern wirklich angesprochen werden..
Wer hat sich denn schonmal mit seinen Freunden & Bekannten richtig über finanzielle (aber auch sexuelle) Schwierigkeiten unterhalten, ohne irgendwie zu übertreiben oder es ins lächerliche zu ziehen?

In einer Gesellschaft, in der suggeriert wird, dass nur der beste, stärkste, schönste etwas wert ist darf man halt keine Schwächen mehr zugeben..

John Bushido
06-07-06, 17:27
In einer Gesellschaft, in der suggeriert wird, dass nur der beste, stärkste, schönste etwas wert ist darf man halt keine Schwächen mehr zugeben..

Ich hab nen kleinen pullermann :D

aber is glaub ich nich unbedingt ein generell deutsches sondern europäisches Problem, liegt meiner meinung nach auch zum teil daran das es wirklich viele unterbezahlte leute gibt, fällt dann halt schwer da man seinem gegenüber (das man dann auch vielleicht noch besser kennt) im endeffekt "durch die blume" steckt das man für den job für den man sich den arsch aufreisst nicht wirklich grossartig viel bekommt

verständlich irgendwie

Dark Soldier
06-07-06, 17:47
Wer hat sich denn schonmal mit seinen Freunden & Bekannten richtig über finanzielle (aber auch sexuelle) Schwierigkeiten unterhalten, ohne irgendwie zu übertreiben oder es ins lächerliche zu ziehen?Ich mach das fast regelmäßig, allerdings nur mit einem sehr erlesenen Kreis.

SPD... *grummel* (na ja, CDU/CSU is ja auch ned besser)

Ich weiss ned genau wie 1€-Jobs funktionieren, wie viel der Arbeitende dann erhält usw, aber ich find auch dass es ne riesen Sauerei is...

Andererseits hab ich auch zur Arbeit zu sagen: wer nix arbeitet weil er ned will is wirklich ned viel wert.
Ich kenn viele die ned arbeiten weil ihnen hier und da dies und das ned passt, die's aber wenigstens versuchen nen Job zu bekommen. Das is auch noch okay.
Gut, ich selber hab irgendwie nicht das Problem mich irgendwo einzufügen, auch wenn mir dies und das nicht passt. Beim Bund (GebJgr im Stabsdienst - hab trotzdem Biwak & Co machen 'müssen') hats mir getaugt, beim Praktikum (Programmieren) war ich 15 Stunden am Tag (freiwillig) im Büro, und jetzt studier ich... ich muss sagen dass mit das Studium (4. Sem Info Dipl) am allerwenigsten zusagt...
Ich kenn aber leider auch viele (Verwandtschaft z.B.) die sich hinhocken und sagen: "ach ja, der Staat zahlt schon, machen wir mehr Kinder dann wirds noch besser" und lauter so n Zeug... da vergehts mir dann schon ...

Sylow
06-07-06, 17:49
In einer Gesellschaft, in der suggeriert wird, dass nur der beste, stärkste, schönste etwas wert ist darf man halt keine Schwächen mehr zugeben..
Zwei Seiten der gleichen Medallie. Wobei ich sogar sagen muss, Schwächen zuzugeben ist meistens nicht so schlimm. Ich meine, klar, würde ich gestehen dass ich nachts mit einem Bleirohr in der Hand durch den Stadtpark pirsche um mein Budget aufzustocken, so hätte ich gewisse Probleme, aber sonst... vom Zugeständnis kleinerer Fehler, wie sie ja jeder hat, habe ich eigentlich selten wirklich negative Konsequenzen erlebt.

Ich meine, hey...
- ich behaupte, ich werde für meine Arbeit schlecht bezahlt. Mein Gegenüber freut sich evtl. innerlich, teilt mir sein Beileid mit, erklärt sich solidarisch gegenüber den fiesen Bossen die nie genug bezahlen, passt.
- ich behaupte, ein Wahnsinnsgehalt zu bekommen. Man bewundert mich kurz, innerlich werde ich beneidet, die Anspannung verschwindet nie so richtig.

Da ist, zumindest für mich, Tiefstapeln eindeutig die bessere Alternative. :)

canuma100
06-07-06, 18:05
Zwei Seiten der gleichen Medallie. Wobei ich sogar sagen muss, Schwächen zuzugeben ist meistens nicht so schlimm. Ich meine, klar, würde ich gestehen dass ich nachts mit einem Bleirohr in der Hand durch den Stadtpark pirsche um mein Budget aufzustocken, so hätte ich gewisse Probleme, aber sonst... vom Zugeständnis kleinerer Fehler, wie sie ja jeder hat, habe ich eigentlich selten wirklich negative Konsequenzen erlebt.

Ich meine, hey...
- ich behaupte, ich werde für meine Arbeit schlecht bezahlt. Mein Gegenüber freut sich evtl. innerlich, teilt mir sein Beileid mit, erklärt sich solidarisch gegenüber den fiesen Bossen die nie genug bezahlen, passt.
- ich behaupte, ein Wahnsinnsgehalt zu bekommen. Man bewundert mich kurz, innerlich werde ich beneidet, die Anspannung verschwindet nie so richtig.

Da ist, zumindest für mich, Tiefstapeln eindeutig die bessere Alternative. :)


garnicht darüber reden wäre die bessere lösung.

ichd enke das es ganz gut so ist das vermögen geld usw ein (weitesgehendes) tabuthema ist denn wenn man weniger verdient für die selbe arbeit und man ganz offen darüber sprechen muss (wenns nicht tabu ist kann der gegenüber ja auch eine antwort verlangen) kanns doch etwas unangenehm für einen selber werden (oder für den anderen) deshalb denk ich das wir mit dieser schiene ausserordentlich gut fahren.

Powerpunsh
06-07-06, 20:34
Glaube auch, dass das n deutsches Problem is. Glaube aber mehr es kommt eher von den Großeltern. Als ich noch klein war und meine Oma oder so mir geld gab kam auch immer "aber sag deiner mutter nichts davon".
Glaube auch eher das hat was mit angst zu tun. Wer viel verdient setzt sich dem Risiko aus ausgeraubt zu werden und viele Deutsche sind in dieser hinsicht noch recht naiv.

btw: wenn die tusse es dir sagen würde, würdest du glaub auch wissen was die verdient. Und die meisten deutsche haben angst für geringen lohn verunglimpft zu werden (Hoffe das wort is richtig geschrieben). Druck vom Arbeitgeber glaub ich eher weniger.

theFiend
06-07-06, 21:05
*weglach* sorry, das ist jetzt mal echt naiv :angel:

Den "sag deiner Mutter nichts davon" werden noch 1000 Großeltern in 1000 Jahren bringen... :cool:

Jeremy Morton
06-07-06, 21:32
Wie ist es bei euch? Habt ihr Probleme zu sagen, was ihr verdient?Nö absolut net. Ich versteh das auch nicht was die Leute da immer für ein Schauspiel drum machen.
Ich weiß nich ob die das wirklich alle aus eigener Meinung heraus tun oder weil sich dieses dämliche Sprichwort so eingebürgert hat.

Powerpunsh
06-07-06, 22:49
*weglach* sorry, das ist jetzt mal echt naiv :angel:

Den "sag deiner Mutter nichts davon" werden noch 1000 Großeltern in 1000 Jahren bringen... :cool:

Jo und dann bringen die den satz noch "über geld redet man nich"
das wird einem von klein auf an einprogrammiert und im laufe des großwerdens befolgt man das auch bis zum gehalt. :rolleyes:
sagt ich lieg falsch aber so war das bei mir. Ich rede offen über geld, hab zwar noch kein job da ich noch schule mache und nebenjob noch net wirklich interesse anzieht, aber so wurd mir das nunma früher eingeredet.

theFiend
07-07-06, 00:28
Naja den Spruch ham meine Großeltern auch immer gebracht, in den meisten Familien rührt der aber daher das die Eltern fast immer der Meinung sind die Großeltern würden ihre Enkel sowieso verwöhnen ;)

Nach meiner Beobachtung ist das nicht nur bei mir so gewesen... :angel:

Und später wenn du mal Geld verdienst... hmm naja ich denke jeder wird schnell merken das Gespräche übers Gehalt unter Angestellten EINER Firma schnell Neid hervorrufen. Natürlich wird sich immer einer fragen weshalb der andere mehr verdient, was zu vielfältigen Reaktionen führt. Gezänke wegen unterschwelligem Neid, Ehrgeizverlust (wenn überhaupt vorhanden), Motivationsprobleme usw. sind alles Dinge die nicht unbedingt förderlich für eine hohe Produktivität weshalb von den Chefs eine Offenlegung der Gehälter möglichst vermieden wird...

All das kann sich aber ändern, da langfristige Anstellungen inzwischen nicht mehr so üblich sind wie früher, und bei Einjahresverträgen nach amerikanischem Vorbild kaum Neid entstehen kann...

Sheltem
07-07-06, 05:46
Oha...Outbound. Das sind die Leute die zuerst den nörgelnden Kunden am Ohr haben und zuerst bearbeiten müssen bzw an den Inbound wegsortieren..
Da die Dame nichts sagen wollte kann man getrost von 5-7 Euro die Stunde sprechen. Viel mehr wird im Outbound generell nicht gezahlt.
Möglicherweise musst du auch anrufen. Ist zwar verboten aber schert sich eh keiner drumm.

Honey
07-07-06, 07:38
Nun, alles schön gut was hier so angebracht wurde, aber letztlich hat es seinen Ursprung wohl eher woanders. Hat sich einer von euch mal seinen Arbeitsvertrag genauer angesehen ? Heute ist es zwar nicht mehr in allen Bereichen üblich aber nach wie vor ist es in vielen Arbeitsverträgen festgehalten: der Arbeitnehmer DARF NICHT über sein Gehalt reden! (teils beschränkt auf den Kollegenkreis). Die Gründe dafür wurden hier schon mehrfach genannt, von Konkurrenzdenken und Neid, bis hin zum Arbeitnehmerbeschiss^^.
Das Einkommen ist heute mehr denn je eine sache des Verhandlungsgeschick und daher sind die Abweichungen teilweise enorm bei gleichen Tätigkeiten. Dazu kommt denn noch die persönliche Einstellung des Einzelnen, schämt man sich, fühlt sich unter- oder überbezahlt, etc. Bei der heutigen Kluft die immer größer wird, ist es nicht verwunderlich das viele garnicht mehr darüber sprechen wollen.

theFiend
07-07-06, 11:01
Hab ich auch drüber nachgedacht Honey, allerdings hab ich die letzten 5 oder 6 Jahre keinen Arbeitsvertrag mit Verschwiegenheitsklausel übers Gehalt mehr gesehen.

Und auch früher waren diese Klauseln bei "Durchschnittsverdienern" auch nicht üblich. Bei Siemens weis ich das solche Klauseln erst ab der mittleren Managementebene vorhanden sind. Darüber hinaus hängts natürlich auch von der Branche ab in der man arbeitet...

Honey
07-07-06, 11:15
Es stimmt Fiend, es ist nicht mehr überall üblich aber dennoch wird es noch in vielen Unternehmen so gehandhabt, auch in den "unteren" Bereichen, kenn da einige, bin lange im Personalwesen tätig gewesen ;). Selbst in meinem Vertrag mit ner Zeitarbeitsfirma vor 3 Jahren stehts noch drin. Und viele kennen es eben noch so und sind dementsprechend geprägt. Die nachrutschenden Generationen werden das aus ihren Verträgen vielleicht nichmehr kennen, aber sind zB. durch Ihre Eltern geprägt. Es wird noch ne weile dauern bis sich das Verhalten da in Deutschland ändert. Und es ist vorallem eine Deutsche "Macke", gab erst kürzlich einen Bericht darüber, mit Umfragen etc. im europäischen Ausland, die sind da nich so schüchtern mit ihren Auskünften.

theFiend
07-07-06, 11:53
Da geb ich dir recht. Bis sich das hier normalisiert wird es noch einige Generationen brauchen. Eventuell ist das auch regional abhängig.

Hier in schicki-micki München z.b. gibt es nicht wenige insbesondere jüngere Leute die eher nach dem Motto "Kleider machen Leute" (zählt heut auch das Auto zu) leben, als sie denn wirklich soviel Geld verdienen...

In einer Gesellschaft die den "stand" eines Menschen an seinen materiellen Gütern und der offensichtlichen Kaufkraft festmacht, ist eine Gehaltsoffenlegung auch eine heikle Sache...

Und dann ist es auch eine Frage der Einstellung. Selbst wenn wir allgemein lockerer mit der Geldfrage umgehen würden, ICH würde es höchstens engen Freunden/Familie erzählen, denn ICH bin der Meinung das es niemanden was angeht...

Übrigens, und das mag jetzt lächerlich klingen ist aber sogar nachgewiesen:
In regionen wie München hängt von deinem Beruf/Einkommen auch ab was für eine/n Lebenspartner/in man bekommt...

John Wu
07-07-06, 12:46
...geld hat man.

:D

das ein arbeitgeber kein interesse daran hat das seine angestellten verbreiten wieviel sie verdienen ist verstaendlich. gehaltsverhandlungen sind sehr individuelle geschichten, genau wie alle anderen klauseln eines arbeítsvertrages. ich haette auch keinen bock wenn mir Herr Meier, welcher einfach schlechter in seinem job ist bzw. weniger qualifikationen hat, mit "aber der verdient auch so und soviel, und hat 5 tage mehr urlaub!" kommt.

-sf-
07-07-06, 13:00
Definitiv ein deutsches Problem.

Habe eineinhalb jahr in England gelebt und in den Firmen in den ich arbeitete wußte man irgendwie immer auch über das gehalt des anderen bescheid.

In meiner Familie selbst wird da aber auch verfahren als wärs nen Staatsgeheimnis der Stufe 1.

Also mein eigener Schluss is, dass es wohl eine Macke der Deutschen ist.

Dark Soldier
07-07-06, 13:20
Naja den Spruch ham meine Großeltern auch immer gebracht, in den meisten Familien rührt der aber daher das die Eltern fast immer der Meinung sind die Großeltern würden ihre Enkel sowieso verwöhnen ;)
Dito.

... oder auch weil dann die Kinder immer sagen würden 'aber der Opa hat mir xxx geschenkt' und die Eltern dann in 'Zugzwang' geraten würden und mit noch größeren Geschenken aufwarten müssten...

Skeezie
07-07-06, 13:49
Ich weiss ned genau wie 1€-Jobs funktionieren, wie viel der Arbeitende dann erhält usw, aber ich find auch dass es ne riesen Sauerei is...

du "darfst" 20 stunden die woche arbeiten. bekommst also 20€ die woche. im schnitt also 80€ im monat zusätzlich zu dem alg2.
es stehen dir auch pro monat 2 tage unbezahlter urlaub zu. :rolleyes:

Sargas
07-07-06, 15:19
Dito.

... oder auch weil dann die Kinder immer sagen würden 'aber der Opa hat mir xxx geschenkt' und die Eltern dann in 'Zugzwang' geraten würden und mit noch größeren Geschenken aufwarten müssten...

Ach, warum Zugzwang? Meiner Schwester und mir wurde von vornherein gesagt: "Wenn ihr bei Oma und Opa seid, ist das ok. Aber nur, weil es Oma und Opa sind."
Zu Hause gab es dann wieder "normale" Verhältnisse. Und ich find das vollkommen ok so. Dafür sind Großeltern doch (u.a. :) ) da. Um die Enkel zu verwöhnen und vielleicht auch ein wenig zu verziehen. Sonst haben die Eltern ja nichts mehr zu tun ;)

Sheltem
07-07-06, 21:49
Eigenartig. Meine Kollegen zeigen solch ein Verhalten nicht.

Rookie-Doo
14-07-06, 15:07
Wenn die gute Frau am Telefon aber gleich pampig geworden ist dann wär ich persönlich erstmal etwas vorsichtig.

Nur um die Sache inhaltlich abzuschließen: Hab heute ne' Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen. In dem Brief stand "Wir bieten Ihnen eine Festanstellung mit einem Stundenlohn von 4,00 Euro Brutto/Netto bei 15-30 Stunden pro Woche." 8|

Mighty Max
14-07-06, 15:10
Aus irgendeinem unerfindlichen Grund bezweifle ich, dass du ja gesagt hast.

Rookie-Doo
14-07-06, 16:19
Aus irgendeinem unerfindlichen Grund bezweifle ich, dass du ja gesagt hast.

Nicht nur das, ich frage mich auch gerade, ob es mein Gewissen verkraftet, wenn ich nicht zum Vorstellungsgespräch erscheine, ohne mich vorher abzumelden. Irgendwie is' mir angesichts des ersten Telefonats die Takteinheit zu schade. Mir tut schon der Baum total leid, der für den Einladungsbrief seine Cellulose hergeben musste...

psychowar
14-07-06, 20:56
sagt doch mal alle was ihr so verdient, und wieviel ihr wirklich bekommt ;)

SirRah
14-07-06, 21:26
zwischen dem was ich verdiene und was ich bekomme liegen welten... :o

psychowar
14-07-06, 23:41
bei mir auch, scheiss öffentlicher dienst ;)

richyx
15-07-06, 08:26
bei mir könnte es nen 1000er besser sein. ;)

Rookie-Doo
17-07-06, 13:57
sagt doch mal alle was ihr so verdient, und wieviel ihr wirklich bekommt ;)

5€/Stunde

bei mir auch, scheiss öffentlicher dienst ;)

...mir kommen gleich die Tränen. -_-

Zefrian
17-07-06, 14:54
5€/Stunde
<-- etwas mehr als doppelt so viel, wobei hier im unklaren
gelassen wurde, ob das "brutto"- oder "netto"-Werte sind. :lol:

.

aKe`cj
17-07-06, 15:12
Zwischen €8 und €25 die Stunde... pendelt sich normalerweise auf einen Schnitt von ca. 15 Euro ein.

Rookie-Doo
17-07-06, 17:09
<-- etwas mehr als doppelt so viel, wobei hier im unklaren
gelassen wurde, ob das "brutto"- oder "netto"-Werte sind. :lol:

.

Also bei mir isses "netto", weil 400€-Job.